Mainz, den 03.04.2025 – Im Rahmen des Aktionsmonats April soll verstärkt über Kopf-Hals-Tumoren informiert und für deren Früherkennung sensibilisiert werden, da eine rechtzeitige Diagnose entscheidend für die Heilungschancen ist.
Onkologische Situation in Rheinland-Pfalz
Im Jahr 2023 wurde in Rheinland-Pfalz bei 185 Frauen und 384 Männern Kopf-Hals-Tumoren diagnostiziert. Diese Zahlen zeigen, dass Männer deutlich häufiger erkranken als Frauen. Erfreulicherweise zeigen insbesondere die Inzidenzraten bei Männern einen deutlichen Rückgang (Abbildung 1). Für Frauen sind ebenfalls fallende Inzidenzraten zu beobachten, wenn auch in einem deutlich geringeren Ausmaß. Die Mortalitätsraten in Rheinland-Pfalz zeigen sowohl für Frauen als auch für Männer in den letzten Jahren leicht fallende Zahlen (Abbildung 1).
Die Altersverteilung der Neuerkrankungen zeigt, dass die meisten Frauen in der Altersgruppe 65-69 und die meisten Männer in der Altersgruppe von 70-74 Jahren erkranken (Abbildung 2).
Tumoren und Therapie
Kopf-Hals-Tumoren finden sich in der Mundhöhle, dem Rachen, der Nase, der Nasennebenhöhlen und dem Hals. Sie umfassen eine sehr heterogene Gruppe an Tumoren. Ebenso unterschiedlich wie die Tumoren selbst sind auch die Behandlungsstrategien, die für jeden einzelnen Krankheitsfall von den Behandelnden genau abgestimmt werden. Die Therapien erfolgen meist multimodal, d.h. sie umfassen Kombinationen aus Operation, Bestrahlung, Chemo- und Immuntherapien. Fortschritte in der Behandlung erzielten in den letzten Jahren insbesondere die Einführung neuer Operationsverfahren wie die Laser-Mikrochirurgie und Roboter-assistierte Chirurgie. Hinzu kamen gewebsschonende Bestrahlungstechniken und die Zulassung von Medikamenten aus dem Bereich der Immuntherapie (1).
Risikofaktoren
Das Risiko an Kopf-Hals-Tumoren zu erkranken, hängt stark mit Rauchverhalten und Alkoholkonsum zusammen. Vier von fünf Patientinnen und Patienten mit Tumoren in der Mundhöhle rauchen. Insbesondere die Kombination von Rauchen und regelmäßigem Konsum von Alkohol verstärkt das Erkrankungsrisiko deutlich. Als weitere Risikofaktoren wurden HPV-Infektionen und Schadstoffbelastungen am Arbeitsplatz beschrieben (2). Die deutlich höhere Erkrankungsrate bei Männern geht höchstwahrscheinlich unter anderem darauf zurück, dass mehr Männer rauchen als Frauen. Die fallenden Neuerkrankungsraten gehen vermutlich mit dem seit den 1980er Jahren zurückgehenden Anteil an Rauchern einher. Erfreulicherweise wird insbesondere bei den Jugendlichen ein Rückgang der Raucherquote beobachtet (3).
Tumoren im Kopf-Hals-Bereich machen sich oft durch Schwellungen bemerkbar. Diese können schmerzhaft, aber auch schmerzfrei sein. Je nach Lage können sie die Beweglichkeit der Zunge einschränken oder zu Schluckbeschwerden führen. Treten solche Symptome auf, wird dringend empfohlen, zeitnah eine Praxis für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde oder Kieferchirurgie aufzusuchen. Je nach Lage des Tumors erfolgt die erste Untersuchung durch Begutachten und Tasten. Liegt der Tumor in einem schwer einsehbaren Bereich, kann eine Untersuchung mittels Endoskopie, Ultraschall oder weiterer Bildgebung erfolgen. Zur Sicherung der Diagnose wird eine Gewebeprobe (Biopsie) entnommen, die im Anschluss von einer pathologischen Einrichtung untersucht wird (2).
Referenzen:
(3) www.bundesgesundheitsministerium.de